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Blasenentzündung


Tom Hanks´ schauspielerische Darstellung der Schmerzen einer Blasenentzündung in der Stephen-King-Verfilmung „The Green Mile“ war keineswegs übertrieben. Wer schon einmal das zweifelhafte Vergnügen gehabt hat, an einem Harnwegsinfekt zu erkranken, weiß, wie unangenehm und schmerzhaft sich diese Entzündung anfühlt. Der ständige stundenlange Harndrang, der sich durch nichts lindern lässt und das Stechen und Brennen beim Wasserlassen lassen einen schier verzweifeln. Doch wie kommt es zu einer Blasenentzündung und vor allem: Wie kann man sich davor schützen?

Ursachen und Entstehen

Bei einer Harnwegsinfektion oder Zystitis handelt es sich um eine Entzündung der ableitenden Harnwege, zu denen die Harnröhre, die Harnblase und das Nierenbecken gehören. Vor allem Frauen sind anfällig für diese Erkrankung, da ihre Harnröhre um einige Zentimeter kürzer ist als die der Männer. Somit können Keime leichter in die Harnblase dringen und sich einnisten. Meist handelt es sich um die eigenen Darmbakterien, die durch übertriebene oder auch falsch durchgeführte Hygiene oder häufige sexuelle Betätigung sowie spezielle Sexualpraktiken wie ungeschützter Analverkehr in die Harnwege gelangen. Diese Bakterien setzen sich in der Blasenschleimhaut fest und vermehren sich. Durch die Irritation der Schleimhäute kommt es zu dem ständigen, mehr als lästigen Harndrang ohne Erleichterung und Schmerzen und Krämpfe über dem Schambein.
Gefährdet sind nicht nur sexuell aktive Frauen, sondern auch Schwangere, da sie die Harnblase oft nicht ganz entleeren können und somit Nährboden für Bakterien geboten wird. Eine Scheidenentzündung oder Fremdkörper wie z.B. ein Blasenstein können ebenso Auslöser dafür sein. Außerdem besteht bei Menschen mit Blasenkatheter erhöhte Gefahr. Zudem kann eine Unterkühlung eine Infektion begünstigen. Das Eindringen wird den Keimen außerdem während einer Geburt leichter gemacht. Auch der Östrogenmangel während und nach der Wechseljahre und Stoffwechselerkrankungen wie z.B. Gicht oder die Zuckerkrankheit können das Keimwachstum fördern. Wenn der Harnabfluss durch Harnsteine, Verengung der Harnröhre oder durch Geschwülste gestört ist, kann es ebenso zu einer Blasenentzündung kommen wie durch eine Abwehrschwäche bei Einnahme von Kortison. Bei den Männern ist im fortgeschritteneren Alter oft eine vergrößerte Prostata schuld an der Entzündung der Harnblase.

Hausmittel unterstützen ärztliche Behandlung

Bei unzureichender Behandlung einer Zystitis kann die Entzündung zu den Nieren aufsteigen und eine schmerzhafte Nierenbeckenentzündung mit hohen Fieber auslösen. Im schlimmsten Fall kann sogar eine lebensbedrohliche Blutvergiftung eintreten. Der behandelnde Arzt untersucht die Zusammensetzung des Harns und verschreibt meist Antibiotika. Bei Verdacht auf Nierenbeteiligung wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. Bei immer wieder auftretender Blasenentzündung wird mithilfe einer Ultraschalluntersuchung geklärt, ob anatomische Gründe wie eine Fehlbildung vorliegen. Antibiotika können zwar schnell Linderung verschaffen, jedoch sollte man sie mit Hausmitteln unterstützen, um Rückfälle zu vermeiden.
Generell gilt es bei einer Blasenentzündung sehr viel zu trinken – am besten bis zu drei Liter am Tag. Vor allem ungesüßte Tees und Wasser spülen die Blase durch und verhindern eine Vermehrung der Bakterien. Spezielle Blasen- und Nierentees aus Bärentraubenblättern, Wacholder, Brennnesseln und Birke enthalten entwässernde und desinfizierende Inhaltsstoffe. Außerdem heben säurehältige Lebensmittel den Säuregehalt des Harns, in dessen saurem Milieu die Bakterien sich nicht wohl fühlen. So empfiehlt es sich, Preiselbeerprodukte zu sich zu nehmen und hoch dosierte Vitamin C-haltige Säfte oder Essigwasser zu trinken.

Tipps zur Vorbeugung

Wenn man einige Tipps zur Vorbeugung befolgt, kann man sich die eine oder andere Blasenentzündung ersparen. Empfindliche Menschen sollten es vor allem vermeiden, auf kalter Unterlage wie Betonböden oder Steinen zu sitzen. Kalte Füße und bauch- und somit nierenfreie Leibchen bei kühlen Temperaturen sind ebenso nicht gerade der Gesundheit zuträglich. Unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr sollte frau unbedingt aufs WC gehen, um eventuelle Keime hinaus zu spülen, und anschließend am besten zwei Gläser Wasser trinken. Bei der Intim-Hygiene sollte sie darauf achten, sich nicht von hinten nach vorne zu reinigen, sondern umgekehrt, um ein Verschleppen von eventuell vorhandenen Darmbakterien in Richtung Harnblase und Scheide zu vermeiden. Ausreichendes Trinken kann ebenso ein Ansetzen von Bakterien vermeiden. Beim Wasserlassen sollte darauf geachtet werden, dass die Harnblase dabei völlig entleert wird. Im Sommer ist es bei Empfindlichen wichtig, nicht zu lange in der nassen Badekleidung zu verbleiben und diese durch trockene auszutauschen.
 
Tom Hanks Blasenentzündung in „The Green Mile“ wurde übrigens durch die heilenden Kräfte des Todeskandidaten John Coffey geheilt. Soweit sind wir leider heute noch nicht...
 
Autor:  Admin

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