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Glückliche Singles!?


„All unser Übel kommt daher, das wir nicht allein sein können“, diagnostizierte einst der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer (1788-1860). Und tatsächlich: Der Boom auf die Kontaktbörsen im Internet beweist: Der Mensch ist nicht gern alleine. Dennoch gibt es Frauen und Männer, die behaupten, sie seien gerne Single. Überspielen sie ihre Traurigkeit oder leben sie wirklich freiwillig ohne Partner?

Vorteile des Single-Lebens

Das plötzlich eintretende Single-Leben gestaltet sich bei den Frauen meist als Befreiung von Verpflichtungen und Arbeit. Ist der Mann hinfort, fällt auch einiges an Arbeit weg. Allein schon, dass niemand mehr bekocht werden muss und es weniger Wäsche zum Bügeln gibt, bedeutet einen geringeren Aufwand als zuvor. Für Männer wiederum wird das Leben als Single komplizierter. Für die Wäsche, den Haushalt und das Essen muss Mann selbst sorgen, hat er nicht eine aufopfernde Mami in greifbarer Nähe. Haben sich die Frauen erst einmal vom ersten Trennungsschock erholt und einen Selbstfindungsprozess durchgemacht, sind sie mit ihrem Single-Leben daher viel zufriedener als Männer. Sie sehen darin oft die Chance zur Selbstverwirklichung und beginnen wieder, alte Steckenpferde zu reaktivieren und frühere Freundschaften aufleben zu lassen. Sie fühlen sich wieder lebendig, denn sie leben endlich wieder nach eigenen Bedürfnissen. Männer haben sich hingegen oft schon  i n  der Beziehung nicht wirklich eingeschränkt und sehen durch das Single-Dasein wenig Vorteile.
Viele in der Partnerschaft enttäuschte Menschen sagen sich zudem nach dem Scheitern ihrer Beziehung: „Lieber alleine einsam als gemeinsam einsam.“ Sie haben meist eine Beziehung erlebt, in der sie sich trotz Zweisamkeit allein gelassen und unverstanden gefühlt haben. Aus der Überzeugung, nicht mehr in eine derart unglückliche Konstellation zu geraten, verhindern diese Menschen lange Zeit, wieder einen anderen näher an sich heran zu lassen.

Unterschied in der Gesellschaft

Ganz verschieden gestaltet sich ebenso das Ansehen von Mann und Frau. Als Single-Frau ist man in der Gesellschaft heute leider nach wie vor eine „halbe Portion“. Während der Single-Mann als echter Kerl dasteht und auf jeder Party als beliebter Gast fungiert, steht Frau ohne Begleitung bei Anlässen häufig auf verlorenem Posten. Dieser soziale Druck bringt viele dazu, sich Partner zu nehmen, die oft gar nicht zu ihnen passen, nur, um nicht alleine zu sein. Als weiteres Phänomen des Single-Daseins stellt sich die Neigung dar, nach Extremen zu leben. Singles stürzen sich vermehrt in ungesundem Ausmaß in die Arbeit, verbringen dann aber auch oft in abnormalem Umfang ihre Freizeit mit Faulenzen und Sich-hängen-lassen.
Was auch überzeugten Singles bestimmt aber vor allem fehlt, ist der abendliche Gesprächspartner. Natürlich kann ihm diesen der freundliche Nachbar, die fürsorgliche Mutter, die kumpelhafte Schwester ersetzen, doch etwas Entscheidendes fehlt ihm dabei ganz bestimmt: Das Gefühl, für jemanden unersetzlich zu sein und von tiefem Herzen geliebt zu werden.

So wird man glücklicher Single … und was, wenn nicht…

 „Allein sein zu müssen ist das schwerste, allein sein zu können das schönste“, sagte einmal der deutsche Schriftsteller Hans Krailsheimer (1888-1958) sehr treffend. Ist man nun kein überzeugter Single und  - hoffentlich -  nur vorübergehend allein, so kann man sich das Alleinsein durchaus schön gestalten, indem man kleine und auch größere Unternehmungen plant. Ob es der gemütliche Feierabend ist mit Kerzenlicht, Wohlfühlbad, gutem Abendessen auch einmal für sich allein – oder die Planung einer schönen Reise – vielleicht mit einem Freund oder einer Freundin, der Besuch eines interessanten Vortrages oder der Beginn eines neuen oder vor einiger Zeit eingeschlafenen Hobbys. Mit diesen kleinen Zielen erhält man sich selbst den Spaß an kleinen und größeren Dingen lebendig und verliert somit nicht die Lebensfreude. Man kommt bei der Gelegenheit unter die Leute, lernt neue Menschen kennen und fühlt sich mehr und mehr wohl. Fehlt einem die Geborgenheit einer Zweierbeziehung, kann man diese durch ein dichtes Beziehungsnetz an zuverlässigen Freunden und einer intakten Familie teilweise ganz gut ersetzen.
Hat man das Single-Leben nach einiger Zeit wirklich satt, hindert einen keiner daran, auch mal die Nase in eine Internet-Partnerbörse zu stecken. Findet man dort schon nicht gleich den Menschen fürs Leben, so kann sich der Austausch mit dem anderen Geschlecht auf dieser Plattform als höchst amüsant und kurzweilig herausstellen. Spätere Liebe natürlich nicht ausgeschlossen…

Glück oder Unglück bestimmt der Mensch allein…

Ob man mit seinem Single-Leben zufrieden ist, hängt wohl von der Stärke der Persönlichkeit und der eigenen Vorgeschichte ab. Singles sind also nicht generell unglückliche Menschen. Wie sagte der römische Philosoph Lucius Annaeus Seneca so schön: „Glücklich ist nicht, wer anderen so vorkommt, sondern wer sich selbst dafür hält“.
Autor:  Admin

Artikel Link: http://www.articolos.de/artikel/Glueckliche-Singles/

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