1998 (zu einer Zeit also, als moderne Rechner mit 4 GB-Festplatten ausgeliefert wurden) trafen sich ein paar Pioniere der Freien Software und einigten sich auf den Begriff „Open Source“, um einen griffigen, marketingfähigen Namen für Freie Software zu prägen. Der gemeinsame Name sollte auch helfen, Klarheit zu schaffen. Denn oft wurde das „frei“ im Sinne von kostenlos missverstanden, nicht im Sinne von frei verfügbar, wie es eigentlich gemeint war. Zwar ist Open Source Software meist auch kostenlos, auf eventuelle Dienstleistungen wie Support trifft dies jedoch nicht unbedingt zu.
Nach der Definition der Open Source Initiative (OPI) muss Open Source Software 3 Bedingungen erfüllen:- Der Programmcode liegt in einer Form vor, die für Menschen verständlich und lesbar ist.
- Die Software kann nach Belieben genutzt, kopiert und verbreitet werden.
- Die Software darf auch in veränderter Form weitergegeben werden.
Der erste Punkt ist das gemeinsame Fundament, auf dem alles beruht. Doch schon beim zweiten scheiden sich die Geister auch in der Open Source-Welt. Open Source hat viel mit Überzeugungen zu tun. Gemeinschaften enthusiastischer Programmierer treiben auf der ganzen Welt gemeinsam die Entwicklung „Ihres“ Projektes voran. Gegen proprietäre (herstellerspezifische) Software, gegen Monopolismus, gegen Geheimhaltung und Restriktionen, gegen Kommerzialisierung. Bei so viel Leidenschaft ist es kein Wunder, dass auch leidenschaftlich gestritten wird und sich Projekte abspalten. So hat sich eine Unzahl unterschiedlicher Lizenzen entwickelt, die sich der Open Source Gemeinschaft zurechnen. Die BSD-Lizenz (Berkley Software Distribution), die GNU GPL (General Public License) oder CC-Lizenzen (Creative Commons) sind nur ein paar der bekanntesten.
An Sicherheit steht Open Source Software proprietären Programmen in nichts nach. Im Gegenteil: Sicherheitslücken werden in der Regel eher schneller bekannt und geschlossen, da in der Regel eine große Entwickler-Gemeinschaft auf der ganzen Welt den Quelltext sehr genau betrachtet und auf Fehler hin untersucht. Zudem sind die Entwickler in der Gemeinschaft bekannt, haben einen Ruf zu wahren und achten darum sehr auf die Sicherheit ihrer Projekte.
Bei Problemen mit Open Source Software kann man sich meist auf eine kompetente Fangemeinde verlassen, die oft engagierter ist als die überlastete Hotline proprietärer Softwarehersteller.
So hat sich Open Source Software inzwischen als eine echte Alternative zu proprietärer Software etabliert. Der Deutsche Bundestag zum Beispiel hat seine Serversysteme auf Linux umgestellt, ein freies Betriebssystem, das 1991 vom damals 21-jährigen Linus Torvalds erfunden wurde.
Auch Mozilla Firefox, der Senkrechtstarter unter den Browsern, ist ein Open Source-Projekt. Es beruht auf dem Netscape-Code, der freigegeben wurde, als Netscape der Vorherrschaft des Internet Explorers nichts mehr entgegen setzen konnte. Nach Angaben des Mozilla Projekts haben sich in den ersten 2 Monaten der Veröffentlichung über 20 Millionen Menschen die aktuelle Version herunter geladen und unterstützen so das erklärte Ziel des Mozilla-Projekts, das Internet als Ort der Innovation und des offenen Austauschs beizubehalten.
Wer jetzt neugierig auf Open Source Software geworden ist, sollte sich auch einmal Open Office ansehen. Dieses zu Microsoft weitestgehend kompatible Software-Paket enthält alles von der leistungsfähigen Textverarbeitung über die Tabellenkalkulation, das Datenbank- und das Präsentationsmodul bis hin zum Vektor-Zeichenprogramm. Und es ist natürlich kostenlos.