Ob glatt oder lockig, lang oder kurz … Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters; aber wir alle lieben schönes, glänzendes Haar. Doch was ist das Geheimnis einer schönen Haarpracht? Sind es die Gene oder viel mehr die äußeren Einflüsse, die unser Haar zum Glänzen bringen?
Fangen wir doch einmal bei der Struktur des Haares an: Das Haar besteht aus einer Wurzel, die durch Blutgefäße und Nerven versorgt wird. Es wächst aus einer Einstülpung der Oberhaut heraus, der so genannte Haarfollikel. Dieser Haarfollikel ist mit einer Talgdrüse und einem Muskel verbunden, letzteren gebrauchen wir, wenn wir eine Gänsehaut bekommen. Der Haarschaft, das ist der sichtbare Teil des Haares, besteht aus drei Schichten: Der äußeren Schuppenschicht, der Faserschicht und dem Mark. Die Schuppenschicht dient als Schutzhülle des Haares und besteht aus fünf bis zehn sich überlappenden Zelllagen. Das sieht stark vergrößert in etwa so aus wie bei einem Tannenzapfen. Ein Mensch hat normalerweise zwischen 80.000 und 150.000 Haaren auf dem Kopf. Jedes Haar wächst im Monat etwa einen Zentimeter und wird zwischen 2 und 7 Jahren alt.
Wenn man diesen Aufbau bedenkt, so scheint es logisch, dass das Haar bei durch falsche Ernährung verursachten Vitaminmangel oder hormonellen Veränderungsphasen sowie bei Krankheit oder Unwohlsein stumpf und kraftlos aussieht.
Ein wichtiges Kriterium für gesundes, schönes Haar ist eine ebenso gesunde und abwechslungsreiche Kost. Diese Nahrungsmittel sind für das Haar besonders gut: Frischer Spinat, Karotten, Zwiebeln, Knoblauch, Äpfel mit Schale, Innereien, Fisch, Weizenkeime und Milchprodukte. Tägliches Bürsten entfernt Staub und Schmutz aus den Haaren und regt die Durchblutung der Kopfhaut an – hierfür eignet sich eine Bürste mit Naturborsten sehr gut. Viele von uns kennen vielleicht noch den Ausspruch der Großmutter, von wegen der sagenhaften „100 Bürstenstriche“. Tatsache ist nur, dass das Bürsten dem Haar tatsächlich gut tut, vorausgesetzt es ist die richtige Bürste.
Mit Farbe kann man ebenso für einen tollen Glanz im Haar sorgen. Henna gibt es in verschiedenen Farbnuancen, und färbt die Haare nicht nur, sondern pflegt es auch. Es gibt übrigens auch eine neutrale Henna-Farbe, die nur pflegt und nicht färbt. Wenn man nun aber bereits graue Haare hat, nützt Henna in punkto Färben nicht viel, da muss schon eine richtige Farbe her – aber selbst diese kann dem Haar wunderbaren Glanz geben. Am besten fragt man den Fachmann, welche Farbe dafür am geeignetsten ist.
Aber wie kann man das Haar schonen? Am besten verzichtet man auf lange Sonnenbäder, und wenn, dann sollte man eine Kopfbedeckung tragen. Auch sollte man das Abknicken der Haarspitzen beim Gebrauch von Lockenwicklern, Haarklemmen, Spangen oder Gummis vermeiden. Beim Fönen oder Glätten kann man ein spezielles Produkt in die Haare sprühen, welches das Haar vor der hohen Temperatur schützt. Ab und zu sollte langes Haar hochgesteckt werden, denn von der Reibung auf der Kleidung kann Spliss entstehen.
Und wie pflege ich mein Haar nun am besten? Mit einem milden Haarshampoo und von Zeit zu Zeit einer Haarkur. Ein weiterer Tipp lautet: eine halbe Stunde vor dem Haarewaschen ein bisschen Olivenöl in die Haarspitzen massieren und dieses dann sorgfältig auszuwaschen.
Oder man entscheidet sich für eine tensidfreie Haarwäsche mit Ton- oder Mineralerden, diese Art gehört wohl zu den ältesten Möglichkeiten um Haut und Haar zu reinigen. Der Vorteil dabei ist, dass sie frei von jeglichen Zusätzen sind. Die Reinigung erfolgt über die Reibung durch die feinen Erdpartikel, sowie über die hohe Aufnahmefähigkeit. Fett und Schmutz werden einfach mitgenommen ohne den Säureschutzmantel von Haut und Haaren anzugreifen. Die Haut trocknet nicht aus, und die Haare fetten folglich nicht so schnell nach, da die Talgdrüsen nicht soviel mehr produzieren müssen, um zu regulieren – was bei herkömmlichen Shampoos ja der Fall ist. Gleichzeitig werden von der Mineralerde auch Mineralien an das Haar weitergegeben, was für zusätzlichen Glanz und mehr Fülle sorgt. Bei chemisch behandelten Haaren ist allerdings von dieser Reinigungsart abzuraten, da die Schuppenschicht stark angeraut ist, und die Erde hier den Effekt noch negativ verstärkt.
Da Haarkuren nicht nach jeder Haarwäsche gemacht werden sollen, aufgrund des Gewöhnungseffektes, bringt man die Haare mit Spülungen in Form. Auch hier gibt es ein paar einfache, aber effektive Methoden aus der Natur, um das Haar zum Glänzen zu bringen. Sei es einfach nur, indem man nach der Haarwäsche das Haar mit kaltem Wasser abduscht oder mit Essigwasser spült. Walnüsse mit grüner Schale abgekocht, eignen sich vor allem für braunes Haar sehr gut als Glanz-Spülung, für blondes Haar nimmt man Kamillentee mit etwas Zitronensaft.
Schönes Haar ist nicht jedem gegeben, aber man kann vieles dafür tun – und das mit den einfachsten und natürlichsten Mitteln. Es würde allerdings den Rahmen sprengen alle Möglichkeiten hier aufzuzählen. Ein Friseurbesuch ist außerdem empfehlenswert, denn mit dem richtigen Haarschnitt sieht gesundes Haar gleich doppelt gut aus.