Das Meer und die schillernden Farben der Unterwasserwelt kennen lernen – das möchten viele in ihrem Urlaub erleben. Meist werden vor Ort Tauchkurse angeboten oder man besucht einen schon vor der Reise zu Hause. Vorraussetzung ist dafür ein ärztliches Attest, denn zum Tauchen muss man körperlich und geistig fit sein!
Viele Tauchbasen in Urlaubsorten verlangen dieses Attest nicht. Hier zählt nur das Geld der Urlauber und am Equipment wird gespart. Stattdessen lautet die Werbebotschaft: Schnellkurse! Gerät man während eines solchen Kurses dann mal in eine Notsituation merkt man schnell, dass an dem theoretischen Wissen und der Ausrüstung gespart wurde – und das kann lebensgefährlich sein. Deshalb immer daran denken: Eine seriöse Tauchbasis verleiht kein Equipment ohne den Tauchschein oder ein ärztliches Attest des Tauchanwärters zu verlangen!
Aber der Tauchsport soll hier natürlich nicht nur negativ dargestellt werden – im Gegenteil. Aus diesem Grund gibt es hier auch einen Überblick über die einzelnen Stufen der Ausbildung bei PADI – einer der weltweit größten und angesehensten Tauchsportvereine.
Was heißt PADI?Die Abkürzung PADI steht für Professional Association of Diving Instructors.
Vorraussetzungen zum TauchenDas wichtigste beim Tauchen ist die Begeisterung für den Sport. Niemand wird sich wohl fühlen, wenn er sich zum Tauchschein drängen lässt. Der Spaß bleibt dabei dann schnell auf der Strecke. Wichtig ist natürlich auch, dass man sich im Wasser wohl fühlt und auch Schwimmen kann. Hinderlich dagegen ist Platzangst. Wer darunter leidet, sollte sich lieber für einen anderen Sport entscheiden.
Entgegen vieler Meinung muss man auch kein Sportler sein, um einen Tauchschein zu machen. Aber die Gesundheit ist wichtig und insbesondere das Herz-Kreislauf- und Atmungssystem muss in Ordnung sein.
Ansonsten reichen eine gute Portion gesunde Einstellung und Selbstdisziplin, damit man seine Grenzen gut einschätzen kann.
Übrigens: Das Mindestalter beim Tauchen mit Geräten beträgt 12 Jahre!
OWD – Open Water DiverGrundlagen des Tauchens vermittelt der Kurs Open Water Diver. Man lernt dabei was alles zu einer Tauchausrüstung gehört und wie man sie richtig zusammensetzt, es wird der Druckausgleich im Ohr besprochen und beigebracht und es wird auch über Auf- und Abtrieb gesprochen. Weitere Themen sind auch die Wirkung vom Wasser auf den Organismus oder auf Gase gesprochen und man lernt viel über die Beziehungen zwischen Druck, Volumen und Dichte.
Dieses Wissen ist wichtig um zu verstehen, welchen Gesetzen unser Körper unter Wasser unterliegt. Und ganz nebenbei ist es auch noch sehr interessant.
Hat man sich dieses Grundwissen angeeignet, steht den ersten Tauchgängen im Schwimmbad nichts mehr im Weg.
Am Anfang steht natürlich die Ausrüstung. So muss man zum Beispiel das Jacket an der Flasche befestigen und natürlich auch den Lungenautomat richtig anschrauben. Atmet man dann das erste Mal die Pressluft unter Wasser ein, ist es natürlich ungewohnt – aber auch unvergesslich.
Nach den ersten fünf Tauchgängen in Schwimmbad folgen dann noch vier Freiwasser-Tauchgänge. Da wird das zuvor erlernte Wissen angewendet und natürlich auch vertieft. Zum Abschluss erfolgt eine Prüfung des Tauchlehrers und besteht man diese, wird man brevetiert – das heißt, man bekommt den lang ersehnten Tauchschein.
Übrigens, mit der Open Water Diver Brevetierung kann man mit einem Tauchpartner (auch Buddy genannt) bis zu 18m tief tauchen!
Die Unterwasserwelt erlebenIm Meer achtzehn Meter tief zu tauchen, so wie es die OWD Brevetierung erlaubt, ist ein Erlebnis, bei dem man viel zu sehen bekommt. Bunte Fische, wunderschöne Korallen und vieles mehr begeistern jeden Taucher immer wieder aufs Neue. Allerdings gilt für alle Taucher auch eine Regel: Nichts wird vom Meeresboden aufgehoben und wenn es geht, sollte auch nichts berührt werden – die Erhaltung der schönen Unterwasserwelt sollte immer an erster Stelle stehen.
Doch auch noch weiter unten locken viele Dinge des Meeres. Wer tiefer gehen möchte, der kann mit einem Aufbaukurs zum Advanced Open Water Diver werden.
AOWD – Advanced Open Water DiverWie schaut das Meer in 25 oder sogar 30 Metern Tiefe aus? Wie fühlt sich das Tauchen bei Nacht an und kann man unter Wasser gut fotografieren?
Eine Antwort auf all diese und noch viele andere Fragen kann man beim AOWD-Kurs finden. Vorraussetzung zum Advanced Open Water Diver ist natürlich die OWD-Brevetierung.
Der Kurs ist vor allem für die Taucher interessant, die Lust auf Bootsausfahrten, Bergseetauchen, Nachttauchen, Wracktauchen und andere Abenteuer hat. Insgesamt benötigt man fünf Abenteuertauchgänge, um diesen Tauchschein zu erhalten. Auf welche Abenteuer man sich einlässt, ist jedem Taucher selbst überlassen. Tauchschulen sind dabei flexibel und bieten komplette Programme oder auch einzelne Tauchgänge für den Schein an.
Die AOWD-Brevetierung ermöglicht es dem Taucher die Unterwasserwelt noch intensiver kennen zu lernen. Bei tiefen Tauchgängen ist es allerdings ratsam eine Unterwasserlampe mitzunehmen. Da immer weniger Tageslicht den Meeresboden erreicht, sind die Farben nicht mehr erhalten. Die Lampe hilft die Unterwasser-Pracht auch dann noch richtig zu genießen.
Durch die verschiedenen Aufbaustufen bei PADI stehen dem Taucher viele Möglichkeiten offen. Ob Divemaster, Tauchlehrer oder auch andere Kurse – alles ist möglich. Vielleicht möchte man ja auch einen Schritt in Richtung Profi machen und entscheidet sich für den Rescue Diver?
Rescue Diver – RettungstaucherFür viele ist das Tauchen nicht nur ein Hobby, sie wollen es zu ihrem Beruf machen und Spaß mit dem Geld verdienen verbinden. Auch die Aufsicht auf eine Arbeitstelle in Ländern, wo andere nur Urlaub machen, ist verlockend. Um diesen Traum ein Stück näher zu kommen, ist der Rescue Diver Tauchschein ein guter Anfang. Ja, er ist eigentlich unverzichtbar.
Der Kurs baut auf die Fähigkeiten und Kenntnisse von den OWD- und AOWD-Kursen auf. Man lernt, wie man im Wasser richtig mit Notsituationen umgeht und verletzte Taucher bergen und an Land transportieren kann.
Auch wenn alles einen sehr ernsten Hintergrund hat, macht die Ausbildung viel Spaß. Lustig wird es vor allem dann, wenn man bei Tauchunfallsimulationen um Hilfe rufen muss, aber die anderen Taucher nicht mit dem Wort „Hilfe“ verwirren darf. So kommt es vor, dass man dann aus dem Wasser Schreie wie „Pizza, Pizza“ vernimmt.
Beim Kurs zum Rescue Diver müssen insgesamt zehn Übungen im Wasser und an Land absolviert werden. Fragen wie: Was mache ich, wenn ein Taucher in Panik gerät? Wie kann ich einen bewusstlosen Taucher Bergen? Was ist bei einem Tauchunfall an Land zu organisieren?, werden dabei beantwortet.
Am Ende gibt es dann noch eine schriftliche Prüfung, die nach dem Multiple Choice System aufgebaut ist. Hat man das erfolgreich geschafft, darf man sich Rescue Diver nennen.
Dive Master – TauchmeisterZu den interessantesten, wenn auch umfassendsten Ausbildungen gehört die des Dive Master. Erst hier lernt man wirklich alles bis in kleinste Detail zu verstehen. Auch die Tauchfertigkeiten werden immer und immer wieder geübt, bis sie reif für eine Vorführung wären.
Die Ausbildung ist in Theorie und Praxis unterteilt. In der Theorie eignet man sich alles Wissen an, das ein Profi benötigt. Dazu gehört auch das Wissen über die Organisation von Tauchaktivitäten und die Betreuungsfunktion für in der Ausbildung befindliche Taucher. Die theoretische Ausbildung ist in zwölf Lektionen unterteilt, die man sich im Selbststudium aneignen muss. Anschließend gibt es eine schriftliche Prüfung, bei der man mindestens 75% der Fragen richtig beantwortet werden müssen. Ansonsten hat man nicht bestanden.
Aber auch der praktische Teil der Ausbildung ist sehr wichtig. Hier geht es unter anderem um die Schwimm- und Ausdauer-Fertigkeiten der Kursteilnehmer. Schwimmen bestimmter Strecken auf Zeit und auch das Schnorcheln in Ausrüstung auf Zeit stehen auf dem Programm. Dafür ist eine gewisse Fitness eine unabdingbare Voraussetzung.
Die Ausbildung vermittelt einem beispielhafte Tauch- und Rettungsfertigkeiten, die theoretischen Kenntnisse des Tauchens werden auf Profiniveau angehoben und man bekommt die Kompetenz als zertifizierter Assistent und erweitert auch seine Fähigkeiten im Tauchmanagement.
Das erste Mal eine Gruppe Taucher unter Wasser zu begleiten, ist eine große Verantwortung, die allerdings auch viel Spaß macht und unvergesslich bleibt. Besonders gut hat man es dann getroffen, wenn man in Urlaubsgebieten als Dive Master arbeitet, denn dort verdient man nicht nur Geld, sondern kann auch die farbenfrohe Unterwasserwelt genießen. Besser lassen sich Hobby und Beruf sicher nicht verbinden.
Instructor – TauchlehrerWer diesen Ausbildungsweg gehen möchte, weiß spätestens nach der Ausbildung zum Dive Master, mit wie viel Verantwortung er zu tun hat. Die Tätigkeitsliste eines Instructors umfasst die selbständige Ausbildung von Tauchern, die Abnahme von Prüfungen und es können sogar Tauchbasen eröffnet und geleitet werden. Das alles klingt spannend und verlockend, aber der Weg dahin ist hart. Zum Anfang muss man nämlich gleich noch mal die Schulbank drücken!
Hat man den Dive Master Kurs erfolgreich absolviert, beginnt man mit dem Assistent Instructor Kurs. Dort werden die Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt, die zum Lehren vom Tauchen notwendig sind. Darauf folgt der Instructor Development Kurs (IDC), bei dem man lernt wie Taucher ausgebildet werden. Anschließend folgt eine zweitägige Tauchlehrerprüfung (Instructor Eximination – IE), die direkt von PADI durchgeführt wird. Hat man alle Prüfungen erfolgreich absolviert, erhält man das PADI Open Water Scuba Instructor Zertifikat.
Der Weg dorthin ist lang, aber er lohnt sich auch. Dieses Zertifikat öffnet einem alle Türen. Man kann arbeiten, wo andere Urlaub machen und das auch selbständig. Ob Ägypten, die Dominikanische Republik oder auch die Malediven – die ganze Welt steht einem offen! Mit dem Lehrgang bucht man also auch gleich ein Ticket in eine neue Zukunft.